im nebel

überfuhr ich ein reh
erst nach dem aufprall
bremste ich

es lag vor der verbeulten motorhaube
mit offenem bruch
im schnee
und versuchte sich aufzurappeln

ich habe ein reh überfahren, sagte ich
nur wir zwei
im nebel
fügte ich hinzu

das schneeweisse reh
zappelte immer weniger
in seiner blutlache

als der polizist ankam
war das reh tot
er grüsste, liess mich ein formular ausfüllen
murmelte irgendwas
von versicherung und wildschaden
packte das reh in eine tüte
und verstaute es
im kofferraum

ich fuhr nach hause
zündete eine orangene kerze an
und weinte
wie ein kleines kind

Erinnerungen

Klingt alles gleich!
(Der Weg von Herbert Grönemeyer wurde gespielt)
Er antwortet: Es erinnert mich an meinen Onkel. Seine Familie verbrannte bei einem Autounfall.  Als sie den zu kleinen Sarg des Kindes in die Erde hinabliessen, wurde dieses Lied gespielt.
Von da an, klingt diese Lied anders – und meine Sorgen wirken
bedeutungslos.