Der grösste Fehler, bei der Suche nach sich selbst, ist Idealvorstellung mit Selbstfindung zu verwechseln.
vielleicht fällt etwas regen
verdrängt den staub
und ich lebe auf
nur den anschein
von veränderung
um zu wissen
erwarte
andere gehen
sehnsucht
wie wertlos
ich bleibe
der regen fällt
verspätet
wie unbeschwert -
sortieren uns
aus angst
ohne eigenen platz
abseits,
als sei’s freiheit:
irren ruhelos
Er war Anfang vierzig,
stammte aus Marokko
und noch vor fünf Minuten
stürmte er
hin und her,
verkaufte Longdrinks.
Irgend ein Vorgesetzter sagte ihm,
er solle eine Gruppe
mit Freigetränken versorgen -
Umsonst
füllte er die Gläser.
Er läuft davon und bleibt
wie ein Besiegter stehen.
Die Last fällt
seine Jahre ziehn.
Worin unterscheidet er sich
ohne Bestätigung,
seinem einzigen Triumph.
Ich stand im grössten Club
von ganz Bern
hinter dem Tresen
und verkaufte Cocktails:
Die Leute waren abgedreht,
als offenbarte die Welt
mehr Möglichkeiten
und beim Gong
schrien sie:
“Happy new Year”.
Nachdem die Meute gegangen war,
lief ich durch den Club,
und war verwundert
warum mir alle ohne Vorwarnung
ein frohes Neues wünschten.
Ein schmächtiger Kerl von der Putzkolonne
kam mir entgegen und sagte:
“Morgen“.
Endlich fühlte ich mich verstanden.
Ich denke an Unruhe
und du findest ohne Suche
keinen Grund.
Ich denke an Veränderung
und du bleibst stehen.
Ich weiss,
deine Träume sehen
anders aus.
Du denkst an Individualität,
und niemand versteht dich.
Endlich
siehst du dich, konfrontiert.
Du denkst an Abfindung
und saugst dich
an den Menschen fest -
eigenwillig reissen wir
an unserer Einheit.
Hektik,
um mitzuhalten,
zu überholen.
Anscheinend
wirke ich erfolgreich.
Nach vorne getrieben
und zerrt
an meiner Identität,
immer weiter
dem Stillstand entgegen.
Wieder reisst es mich
in die Nacht hinaus
All dieses Leuchten
der Stadt -
scheint mir bedeutungslos.
Ich dränge mich, nach mehr
als blosser Existenz -
zu schlicht
könnte mein Einblick sein:
Bequemer
werde ich mittags
die Standardparameter überprüfen.
Träume nach einer Kehrseite,
jenseits -
Wenn die Seite, bloss
Seite bleibt?
„Scheinbar hält die Grenze
Sicherheitsabstand.“
Am selbst definierten Punkt vorbei.
Die Perspektiven fallen,
bauen sich neu auf.